Alfalter

Am Übergang vom Oberen zum Mittleren Pegnitztal liegt die Ortschaft Alfalter. Ab hier öffnet sich das enge Tal des Oberlaufes der Pegnitz langsam, die Talauen werden breiter, die bewaldeten Höhen rücken zur Seite und der Fluss schlängelt sich wenige Kilometer nach dem Dorf mäanderförmig nach Westen Richtung Hersbruck

Am Berghang über dem linken Pegnitzufer ragen unübersehbar der „Riffler“ und daneben der „Alfalter Grat“ über die höchsten Baumspitzen. Diese Felsformation, übrigens das markante Wahrzeichen der Frankenalb, besteht aus drei dicht nebeneinander emporragenden etwa vierzig Meter hohen Kalkstein-Türmen. Sie sind im gleichen Maße ein viel fotografiertes geologisches Relikt (ähnlich der Düsselbacher Wand) wie auch ein beliebtes, aber sehr anspruchvolles Kletterobjekt mit nahezu vierzig abwechslungsreichen Routen und verschiedenen Schwierigkeitsgraden.

Im 14. Jahrhundert gab es hier ein Adelsgeschlecht der Herren von Affaltern. Deren Burgstall soll, dies ist jedoch ungeklärt, dort gestanden haben, wo sich jetzt die Felsgruppe „Altes Schloss“ befindet.

Die evangelische Kirche „St. Katharina“ fällt durch ihren niedrigen, dafür umso wuchtigeren Turm auf. Ihre ältesten Teile, nämlich die Untergeschosse des Chorturms und die Grundmauern stammen noch aus der Zeit ihrer Erbauung Mitte des 15. Jahrhunderts. Johann, der Steinlinger stiftete 1449 eine Frühmesse. Erwähnenswert ist hier der Umstand, dass ein im Jahre 1555 vom Rat der Stadt Nürnberg eingeführter Pfarrer zugleich auch Pfarrer von Artelshofen war. Da er in diesem Ort seinen dauernden Wohnsitz erhielt, versorgten die jeweiligen Geistlichen bis in die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts im sonntäglichen Wechsel von Artelshofen aus beide Pfarreien.

1701/02 wurde die Kirche im Frühbarockstil umgebaut. Auffallend ist, wenn man sich dem Eingang durch den die Kirche umgebenden Friedhof nähert, die Sonnenuhr. So zeigt der Turm die „doppelte Zeit“, was allerdings nur bei Sonnenschein der Fall ist.

Um 1800 hatte der Ort 25 Anwesen, die Gerichtsbarkeit oblag dem Pflegamt Hersbruck. Zehntherr war die von Ebnersche Grundherrschaft zu Eschenbach. Damals wie heute liegen alle Häuser und Höfe rechts der Pegnitz.

Alfalter war früher für seine alte Hirtenkultur bekannt. Es gab mehrere Schellenschmieden, in denen die Schellen für die Viehhirten angefertigt wurden. Der Brunnen in der Ortsmitte erinnert noch heute an die Dorfhirten, die im Sommer die Kühe, Kälber und Gänse der reichen Bauern hüteten. Mit dem Tod des letzten Hirten in den 1960er Jahren starb dieser Beruf aus, das so genannte Hirtenhaus wurde von der Gemeinde abgerissen.

Heute ist Alfalter auf über 90 Anwesen angewachsen, an Berg- und Fischerfuhre wurden an den flacheren Hängen kleinere Baugebiete erschlossen. Die in älteren Beschreibungen auftauchenden „besonderen Gebäude“, eine Mühle und ein Brauhaus, existieren nicht mehr.

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