Artelshofen

Von Norden her kommend führt uns der in seinem ursprünglichen Lauf erhaltene Fluss zunächst nach Artelshofen. Der Ort war über Jahrhunderte hinweg Sitz von Nürnberger Patrizierfamilien. Zeugnisse dafür finden wir noch heute in dem in Privatbesitz befindlichen Schloss sowie in die evangelische (Schloss-)Kirche. Beide Baudenkmäler bilden zusammen mit dem Schlosspark, den Nebengebäuden sowie der zum Teil erhaltenen Mauer ein denkmalgeschütztes Ensemble am rechten Pegnitzufer in Unterartelshofen.

Das Schloss (Herrensitz) war bis anfangs des 16. Jahrhunderts im Besitz verschiedener fränkischer Adelsgeschlechter, seit 1531 bis in die Neuzeit in der Hand bedeutender Nürnberger Patrizier. Im Kern aus dem 14. Jahrhundert stammend ist es seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts baulich nahezu unverändert. Mit den runden Ecktürmen an der äußeren Umwallung und dem turmartigen dreistöckigen Gebäude ist das Schloss ein typisches Beispiel für einen Nürnberger Patriziersitz. Auf alten Gemälden  ist das Bauwerk noch als Wasserschloss zu sehen, um 1818 hat man allerdings die Zwingerbefestigung beseitigt und den Wassergraben aufgefüllt. Nur die äußere Umwallung blieb im südlichen und östlichen Teil mit zwei runden Ecktürmen erhalten, das restliche Mauerwerk fiel beim Bau der Eisenbahn 1873 der Spitzhacke zum Opfer.

Die evangelische Kirche „St. Philippus und Jakobus“, anlässlich der Stiftung einer Frühmesse 1434 erstmals erwähnt, war grundherrschaftliche Eigenkirche, d.h. ursprünglich eine Schlosskapelle. Der jeweilige Schlossbesitzer war und ist zugleich Patronatsherr der Kirche. Das Gotteshaus wurde im Jahre 1710 erneuert.

Um 1800 hatte Artelshofen rund 40 Anwesen. Schon damals teilte die Pegnitz den Ort in Oberartelshofen (links der Pegnitz gelegen) und in Unterartelshofen (rechts der Pegnitz gelegen) – ein Kuriosum, das in vielen (Verwaltungs-) Bereichen bis in die Neuzeit Bestand hatte. So war z. B. damals für den Ortsteil links der Pegnitz das Pflegamt Velden, für den rechts der Pegnitz das Pflegamt Hersbruck als Hohe Gerichtsbarkeit zuständig. Zur Pfarrei Artelshofen gehörte u. a. der Ortsteil rechts der Pegnitz, zur Pfarrei Vorra der Ortsteil links der Pegnitz. Grund für diese aus heutiger Sicht merkwürdigen Trennung dürfte gewesen sein, dass, wie in der Chronik mehrfach erwähnt, Hochwasser regelmäßig die hölzerne Brücke wegrissen, so dass oft wochen- und monatelang keine direkte Verbindung zwischen den beiden Siedlungen bestand.

Heute genießt der Wanderer von der Artelshöfer Wacht aus, einem Felsausläufer des Falkenbergs, nicht nur einen herrlichen Überblick über die rund 125 Anwesen „beider“ Artelshofen. Von hier oben aus hat man eine herrliche Rundsicht über die abwechslungsreiche Landschaft bis hin zum Hohenstein, dem höchsten bewohnten Berg Mittelfrankens.

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